Die Aldehyd-Facette: Geschichte der synthetischen Noten, die die Parfümerie revolutionierten

In der Musik spricht man von einem Akkord, um eine Kombination von gleichzeitigen Noten zu bezeichnen, die ein Ganzes bilden. Beim Parfümeur findet man diesen Begriff des Akkords ebenfalls. Er bildet das Hauptthema eines Parfüms. Die Noten sind die Komponenten, im Allgemeinen zwischen 5 und 10, die zusammengesetzt diesen Akkord bilden.

Eine oder mehrere Facetten können ihn kleiden; je mehr Facetten es gibt, desto komplexer ist die Architektur des Parfüms. Um sich zurechtzufinden, klassifiziert das Comité Français du Parfum Parfüms nach ihrer olfaktorischen Familie (Hesperiden, Floral, Ambra, Chypre, Holzig, Fougère).

Künstlerische Konzeptfotografie eines Laborfläschchens, umgeben von silbernen Blasen und Dampf, die die metallische Frische und den ‚sauberen‘ Effekt aldehydischer Noten in der Parfümerie illustriert.

Definition der Aldehyde und wissenschaftlicher Ursprung

Der Ursprung der Aldehyde

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aliphatische Aldehyde, synthetische Moleküle, entdeckt. 1835 isolierte sie Baron Von Liebig, ein deutscher Chemiker, um sie zunächst sparsam in Formeln zu verwenden, bevor sie schließlich in Parfümerielabors unverzichtbar wurden.

Aldehyde in der Chemie: eine Kohlenstoffkette

In der Chemie ist ein Aldehyd eine bestimmte Gruppe von Atomen. Man bezeichnet Aldehyde durch eine lineare Kette von Kohlenstoffatomen unterschiedlicher Länge, zum Beispiel: C1, C2, C3 … C12. Aber man findet auch Spuren dieser Aldehyde in der Natur, insbesondere in Zitrusnoten oder bestimmten anderen Früchten.

1903 entdeckte Herr Darzens den Weg, bestimmte Aldehyde zu stabilisieren, insbesondere das Aldehyd C12MNA, mit einem kalten, sehr charakteristischen Geruch nach Metall, „sauber“ und leicht hesperidisch.

Aldehyde in der Parfümerie: eine eigene Kategorie

Aber in der Sprache der Parfümerie beziehen sich Aldehyde auf eine ganz bestimmte Kategorie. Aldehydische Noten harmonieren besonders gut mit floralen Noten (vgl. Die florale Familie), der Chypre- oder holzigen Facette, indem sie helfen, die Sillage eines Parfüms zu verstärken (vgl. Wo Parfüm auftragen?).

Es gibt jedoch Aldehyde, die zwar den Namen tragen, aber nicht zu dieser olfaktorischen Kategorie gehören (es sind fruchtige Noten):

  • C 14: Pfirsichnote
  • C 18: Kokosnussgeruch
  • C 16: Himbeere

Die ersten Anwendungen von Aldehyden in Parfüms

Die Verwendung von Aldehyden markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der olfaktorischen Kreation.

  • Die Vorläufer: Houbigant und Guerlain. Die ersten Parfüms, die dieses Molekül verwendeten, waren Quelques Fleurs von Houbigant, ein multiflorales Bouquet, und L’Heure Bleue von Guerlain im Jahr 1912.
  • Ernest Beaux und Chanel N°5. Es war Ernest Beaux, 1921 Parfümeur bei Chanel, der als erster die Aldehyde C10, C11, C12 MNA „überdosierte“, die er mit edlem Jasmin, Rose und Ylang-Ylang kombinierte, um ein abstraktes Bouquet zu schaffen. Dies war der unglaubliche Erfolg von Chanel N°5, der eine neue olfaktorische Familie begründete: das Aldehyd-Florale.

Die Legende von Chanel N°5

Man sagt, dass Coco Chanel selbst Ernest Beaux den Wunsch anvertraute, ein „modernes und vibrierendes“ Parfüm zu haben. Ursprünglich bestand der Duft aus Jasmin, Rose und Ylang-Ylang. Was die Modernität dieses Parfüms ausmacht, ist die Dosierung der Aldehyde. Die Geschichte erzählt, dass Ernest Beaux durch die absichtliche Verstärkung dieser Aldehyde um 1% wollte, dass die floralen Noten nicht die Oberhand gewinnen.

Eine andere, eher anekdotische Version erzählt, dass diese Dosierung, die den Erfolg von N°5 ausmachte, das Ergebnis eines Manipulationsfehlers war… Was den Namen des Parfüms selbst betrifft, die berühmte Zahl „5“, so soll es auch die Anzahl der Versuche gewesen sein, die nötig waren, um zur legendären Formel zu gelangen!

Die Elnett-Anekdote

1960 verwendete das Haarspray Elnett von L’Oréal ebenfalls diese Aldehyde in der Formel, was ihm diesen erkennbaren Duft von „sauber“ und Friseursalon verleiht.

Die olfaktorische Rolle: „Aldehyde lassen Blumen singen“

Schließlich kann man sagen, dass Aldehyde, diese „Laborblumen“, Kraft verleihen und eine große saubere und metallische Frische, einen Glanz, eine Vibration in ein Parfüm bringen. Sie lassen „Blumen singen“ und enthüllen eine Modernität in den klassischen Noten eines Parfüms.

Einige ikonische aldehydische Parfüms

  • Arpège Lanvin (1927)
  • Liu Guerlain (1929)
  • Je Reviens Worth (1932)
  • Fleurs de Rocaille Caron (1933)
  • Madame Rochas Rochas (1960)
  • Calèche Hermès (1961)
  • Diva Ungaro (1965)
  • Chamade Guerlain (1969)
  • Calandre Paco Rabanne (1969)
  • Rive Gauche Yves Saint Laurent (1971)
  • First Van Cleef (1976)
  • White Linen Estée Lauder (1978)
  • Courrèges in Blue Courrèges (1983)
  • La Pausa Les Exclusifs Chanel (2007)
  • Beige Les Exclusifs Chanel (2009)
  • Izia Sisley (2017)

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