Die Mimose in der Parfümerie: Die goldene Blume der Riviera

Gelber Mimosenzweig und Puderquaste, die die charakteristische florale und pudrige Note in der Parfümerie illustrieren.

Die Mimose ist wie ein strahlendes Lachen mitten im Winter; ihre Blüten sind eines der Wahrzeichen Südfrankreichs. Die Mimose ist zusammen mit der Hyazinthe eine der wenigen Blumen, die mitten im Winter blühen.

Botanik und Ursprünge

Botanischer Name: Acacia Dealbata

Die Mimose wird mit dem Akazienbaum assoziiert. Auch wenn Acacia der lateinische Name der Mimose ist, darf man sie nicht mit dem Strauch verwechseln, der im Deutschen Akazie (oder Robinie) genannt wird. Die Etymologie ihres Namens stammt vom lateinischen mimus, was „Posse“ oder „Gaukler“ bedeutet, in Anspielung auf das Blatt, das sich zusammenzieht, sobald man es berührt.

Die Mimose wurde vom Seefahrer Nicolas Baudin nach einer Expedition in Ozeanien in Frankreich eingeführt und zunächst in den Gärten von Joséphine de Beauharnais, insbesondere im Schloss Malmaison, angepflanzt, bevor es ihr gelang, die Parfümeure zu verführen. Ursprünglich aus Australien stammend, wurde die Mimose im 19. Jahrhundert in Europa und vor allem an der Côte d’Azur eingeführt.

Die Mimose wird hauptsächlich in Südfrankreich, Indien, Ägypten und Marokko angebaut. Es gibt etwa 1200 Mimosenarten, darunter die 4-Jahreszeiten-Mimose, die in Südfrankreich recht verbreitet ist. Es ist ein Baum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann.

Symbol: Seit 1946 ist die Mimose das Emblem des Frauentags, genau am 8. März, denn die Mimose verbirgt unter ihrer scheinbaren Zerbrechlichkeit eine große Kraft und Energie.

Extraktion und olfaktorische Beschreibung

In der Parfümerie wird die Mimose durch Extraktion mit flüchtigen Lösungsmitteln behandelt; man erhält so ein Absolue. Man kann jedoch auch einen Mimosen-Akkord aus natürlichen und synthetischen Rohstoffen kreieren; dies nennt man dann eine Rekonstruktion oder Reproduktion.

Der durch das Absolue gewonnene Duft ist recht weit entfernt vom Geruch der frischen Mimose, den man einatmen kann, wenn man unter einem blühenden Baum steht.

Man kann eine pudrige florale Note wahrnehmen, mit einer Reminiszenz an Reispuder. Die Mimose ist zudem leicht mandelartig und besitzt eine recht ausgeprägte grüne Facette (vgl. Grüne Facette), da man zusammen mit den gelben Kügelchen auch die Blätter destilliert, und diese verleihen dem Absolue leichte Akzente von Gurke oder sogar Melone. Dadurch wird der reine Duft der Mimosenblüte ein wenig verfälscht.

Die Mimose besitzt einen sehr pudrigen und trockenen, ja sogar staubigen Geruch; sie ist zudem strohartig (Duft von Stroh) und honigartig. Sie ist eine Herznote, aber man kann ihre aufsteigenden grünen Noten bereits in der Kopfnote wahrnehmen.

Verwendung in der Parfümerie

Parfümeure bearbeiten die Mimose selten als Hauptthema. Einerseits, weil es eine schwer zu bändigende Blume ist, und andererseits, weil ihr der Ruf anhaftet, Retro- oder Vintage-Akzente zu besitzen.

Der Parfümeur kann das Mimosen-Absolue verwenden, um florale Akkorde oder florale Facetten zu kreieren; sie wird dann beispielsweise von einer Rose, einer Tuberose oder einem Jasmin begleitet.

Man verwendet die Mimose oft wegen ihrer pudrigen Noten. Allein bringt sie viel Natürlichkeit in eine Komposition; in Verbindung mit Noten wie Iriswurzel, Veilchen oder Karottensamen akzentuiert sie deren pudrige Facette.

Chemische Hauptbestandteile: Anisaldehyd, Cumarin, Monadenial, Heliotropin, Benzaldehyd.

Fokus auf die Cassie: Die Cousine der Mimose

Botanischer Name: Acacia Farnesiana

Es ist eine Blume aus derselben Familie wie die Mimosen, die Akazien, aber es gibt einen Unterschied: Man kann Dornen an den Zweigen erkennen. Dieser kleine, aus Indien stammende Baum wird im Mittelmeerraum, hauptsächlich in Ägypten, und in subtropischen Regionen kultiviert.

Wie die Mimose ist sie eine in der Parfümerie recht schwierig zu verarbeitende Blume. Ihr Geruch ist dichter, geheimnisvoller als der der Mimose. Sie besitzt animalische Noten, die denen von Ylang-Ylang ähneln, sowie schwefelige Effekte und metallische Akzente.

Die Cassie-Blüte ist selten und eher der feinen Parfümerie vorbehalten. Die Cassie hat einen sehr facettenreichen Duft: krautig, pudrig, würzig, holzig, balsamisch, honigartig, anisartig oder auch ledrig. Sie besitzt ebenfalls einen Duft von Heu. Die Cassie harmoniert sehr gut mit Iris, Mimose und Veilchennoten.

Parfums, die Mimose enthalten

  • Aqua Allegoria Tiaré-Mimosa von Guerlain
  • Champs Élysées von Guerlain
  • Après l’Ondée von Guerlain
  • Paris von YSL
  • Amarige von Givenchy
  • Poême von Lancôme
  • Beige Extrait de Parfum von Chanel
  • Farnésiana von Caron
  • Mimosa pour Moi von L’Artisan Parfumeur
  • Bulgari pour Femme
  • Volupté von Oscar de La Renta
  • Summer von Kenzo
  • Dahlia Divin Nectar von Givenchy
  • Mimosa & Cardamom von Jo Malone
  • Velvet Mimosa Bloom von Dolce & Gabbana
  • Infusion de Mimosa von Prada
  • Mimosa Indigo von Atelier Cologne
  • Florentina von Delacourte Paris

Parfums, die Cassie enthalten

  • Farnésiana von Caron
  • Après L’Ondée von Guerlain
  • L’Heure Bleue von Guerlain
  • Fleur de Cassie von Frédéric Malle

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