Moschus in der Parfümerie: Geschichte, Rechtsstatus und Alternativen (Weißer Moschus)
Tierischer Moschus gehörte früher zu den tierischen Rohstoffen, die in der Parfümerie verwendet wurden, neben Zibet, Bibergeil, Ambra und Hyraceum. Er ist heute sehr selten, in der konventionellen Parfümerie illegal, aber bestimmte Alternativen ermöglichen es nun, diese tierischen Inhaltsstoffe zu vermeiden.

„Es gibt Parfüms, frisch wie Kinderfleisch,
süß wie Oboen, grün wie die Wiesen
Und andere, verdorben, reich und triumphierend,
Die die Ausdehnung unendlicher Dinge haben,
Wie Ambra, Moschus, Benzoe und Weihrauch,
Die die Entzückungen des Geistes und der Sinne besingen.“
— Correspondances, Baudelaire
Tierischer Moschus: Geschichte, Moschustier und Kontroverse
Entdeckt 330 v. Chr. von Alexander dem Großen, wurde Moschus schnell wegen seiner starken Aromen und außergewöhnlichen Haltbarkeit sehr beliebt. Selbst in geringen Dosen verlieh er Kompositionen Sanftheit, Sinnlichkeit und Tiefe und diente als Fixiermittel in den Basisnoten.
Das Moschustier und die Seltenheit
Moschus ist eine Substanz, die von den Bauchdrüsen männlicher Moschustiere während der Paarungszeit abgesondert wird. Nur das Männchen wurde gejagt. Die intensive Jagd in den 1960er- und 1970er-Jahren bedrohte die Art.
Trotz des heutigen Schutzes ist die Art immer noch von Wilderei betroffen. Eine Zucht in Gefangenschaft wurde versucht, aber die Art ist einzelgängerisch und die Fortpflanzung schwierig, was eine nachhaltige Produktion nahezu unmöglich macht.
Produktion, Qualität und Fälschungen
Die Extraktion erfolgte früher mit einem kleinen Silberlöffel, der in die Bauchdrüse des Tieres eingeführt wurde – eine brutale Methode. Der Moschus in Körnern wurde dann in Kalttinktur (oder manchmal in heißem Aufguss) gereift.
- Tonkin-Moschus (Himalaya): Der begehrteste und stärkste, da er Muscon enthält, das Hauptmolekül des Moschus, das heute synthetisch reproduziert wird.
- Gefälschter Moschus: Da Moschus sehr teuer ist, wurden die leeren Drüsen oft mit getrocknetem Blut, Haaren oder Erde gefüllt. Hochwertiger Moschus hat eine honigartige Textur und härtet schnell an der Luft aus.
Natürlicher Moschus verströmt einen sehr starken, animalischen Geruch, der manchmal mit schwarzem Kaffee oder Ledergeruch verglichen wird.
Weißer Moschus: Die synthetische und ethische Alternative
Aufgrund der Maßnahmen des WWF ist die Verwendung von tierischem Moschus in der konventionellen Parfümerie heute verboten. Moderne Moschusarten sind größtenteils synthetisch (weißer Moschus), sanfter, sauberer und weniger umstritten.
Arten von modernem Moschus
- Synthetischer Moschus: Moleküle wie synthetisches Muscon, Ambrette oder Galaxolide. Sie sind sanft, sauber und erzeugen einen „Cocooning“-Effekt (saubere Wäsche).
- Pflanzlicher Moschus: Der Ambrettesamen ist die einzige pflanzliche Quelle von Moschus und sehr begehrt.
Andere pflanzliche Noten, die die animalische Facette imitieren
Parfümeure verwenden Materialien, um den animalischen („dreckigen“) Touch ohne Rückgriff auf Tiere zu erzielen:
- Jasmin: Enthält Indol mit animalischer Wirkung.
- Cistus Labdanum oder Osmanthus: Pflanzliche animalische Noten.
- Hyraceum: Zugelassenes Material aus fossilisierten Urinablagerungen afrikanischer Nagetiere.
- „Dreckige“ pflanzliche Noten: Kreuzkümmel, Costus, Salbei, Atlaszeder, ledrige Akzente.
Die Moschus-Facetten bleiben somit ohne Rückgriff auf Tiere erhalten. Sie können die Arbeit mit Moschus in den Parfüms Florentina und Dovana entdecken.