Tonka Impériale von Guerlain: Die Hymne an die Tonkabohne

Nahaufnahme von runzligen Tonkabohnen und Cumarin-Kristallen, die die Mandel- und Pudernoten in der Parfümerie illustrieren.

Tonka Impériale ist der siebte Duft der Kollektion „Art et Matière“, ein Duft, der rund um einen der Lieblingsrohstoffe von Guerlain kreiert wurde, der Teil der Guerlinade ist: die unglaubliche Tonkabohne.

Die Tonkabohne: Kleiner magischer Samen

Man findet die Tonkabohne in Südamerika und besonders in Venezuela, Guyana und Brasilien. Sie stammt von der Frucht eines tropischen Baumes namens Dipteryx odorata. Man nennt ihn auch Coumarouna, Coumaru oder Sarrapia.

Er wächst entlang der Ufer der Amazonasflüsse. Mit einer Höhe von 20 bis 30 Metern hat er einen Stamm von 50 bis 70 cm Durchmesser, breite Blätter, die an die des Nussbaums erinnern, und rosa-violette Blüten, die recht duftend sind, sobald die Früchte reif sind.

Seine Früchte haben die Form einer großen Mandel und enthalten jeweils einen einzigen schwarzen, ovalen, länglichen, glänzenden Samen, der beim Trocknen runzlig wird; erst dann beginnt er zu duften und sein Parfum wird sich intensivieren.

Ernte und Verarbeitung (Der Sappapiero)

Sie findet im Mai statt. Die reif zu Boden gefallenen Früchte werden aufgesammelt. Man trocknet sie ein Jahr lang und bricht die Schale entweder mit einem Stein oder mit einem Hammer auf, um die Samen zu extrahieren.

Die gewonnenen Bohnen werden anschließend in der Sonne getrocknet und dann für 24 Stunden in Behälter mit starkem Alkohol (65°) getaucht. Danach werden sie an der Luft getrocknet, was einen schönen weißen Reif hervorruft, der aus dem Erscheinen von Kristallen oder weißem Cumarin-Pulver resultiert. Ein Baum liefert zwischen 15 und 75 kg Früchte pro Jahr. Derjenige, der die Tonkabohnen erntet, wird Sappapiero genannt.

Vielfältige Verwendungen der Bohne

  • Ursprünglich: Diese Samen wurden zu Pulver gemahlen und in Säckchen verkauft, die man in die Schränke zwischen die Wäschestapel legte.
  • In der Parfümerie: Hier ist es die Bohne, die durch Extraktion mit flüchtigen Lösungsmitteln behandelt wird, um das Tonkabohnen-Absolue zu ergeben.
  • In der Küche: Die Bohne selbst kann auch gerieben werden, ähnlich wie eine Muskatnuss, um in der Patisserie in Verbindung mit Schokolade, Kaffee oder Desserts (Panna Cotta) verwendet zu werden; sie kann auch mit salzigen Noten kombiniert werden. Achtung, sie sollte wie die Muskatnuss in vernünftigen Mengen verwendet werden, da die Tonkabohne in hoher Dosis etwas gefährlich sein kann.
  • Zum Parfümieren von Tabak: Schnupftabak und auch Pfeifentabak wie „Amsterdamer“ (eine Praxis, die in Frankreich und den USA mittlerweile verboten ist).
  • Persönlicher Tipp: Ich mag es, Tonkabohnen in mein Auto in die Nähe der Heizung zu legen; es ist ein Genuss!

Olfaktorisches Profil und Chemie: Das Cumarin

Es ist eine Duftkomposition für sich, sehr reich an Facetten: holzig, balsamisch, vanillig, mandelartig, Pistazie, Tabak, Heu, honigartig.

Das Hauptmolekül dieses Rohstoffs heißt Cumarin. Die Tonkabohne enthält 46 % Cumarin, das olfaktorisch sehr mandelartig ist und zum Verwechseln ähnlich nach den kleinen Cléopâtre-Klebertöpfen unserer Kindheit riecht. Die Synthese von Cumarin wurde 1868 entwickelt und erstmals in Jicky zusammen mit Linalool und Ethylvanillin verwendet.

Die Kreation von Tonka Impériale

Tonka ist eine erstaunliche Konstruktion, die zwischen der Frische des Rosmarins (eine strahlende aromatische Kopfnote) und der gourmandigen, einhüllenden Rundheit der Tonkabohne – einem Rohstoff, der Guerlain und mir sehr am Herzen liegt – Kälte und Wärme verströmt.

Ich habe ihn mit Delphine Jelk entwickelt, die mittlerweile Parfümeurin bei Guerlain ist und mit der ich unter anderem auch La Petite Robe Noire kreiert habe.

Die kreative Idee: Ein Augenzwinkern zu Jicky

Die Idee war, die natürlichen Facetten der Tonkabohne zu betonen; der Duft ist also holzig, mandelartig, honigartig-balsamisch, tabakartig und gourmandig: zwischen Lebkuchen und Schokolade. Dieser absolut erstaunliche Kontrast ist ein Augenzwinkern zum Duft Jicky. Der Lavendel wurde hier durch Rosmarin ersetzt und der orientalische Teil durch die Tonkabohne, verbunden mit balsamischen und holzigen Noten.

Sein Duft wird sowohl als maskulin wahrgenommen, aufgrund seiner aromatischen und holzigen Facette, als auch als feminin durch die Rundheit der Tonkabohne und der balsamischen Noten. Wie Jicky ist Tonka Impériale kontrastreich, ambivalent. Rassig und sanft, dynamisch, aber einhüllend – ein Duft, der es liebt, Verwirrung zu stiften. Ich liebe ihn!

Tonka Impériale ist in den 30 Guerlain-Boutiquen weltweit sowie in den zwölf Pariser Boutiquen und an Flughäfen erhältlich.


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