Die Zeder in der Parfümerie: Eine strukturierende und elegante Holznote

Die Zeder ist ein bedeutendes Holz in der Parfümerie; sie wird von Parfümeuren als Stütze betrachtet, eine Note, die dem Duft Vibration verleiht. Sie trägt die gesamte olfaktorische Pyramide und kann das Parfum von den Kopfnoten bis zu den Basisnoten durchziehen.
Es ist ein Holz, das zunehmend in Damenparfums verwendet wird, ebenso wie Vetiver, Sandelholz und Patschuli (vgl. Holzige Facette).
Botanik und Varietäten
Es gibt mehrere botanische Namen für die Zeder, die in der Parfümerie verwendet wird:
- Juniperus Virginiana / Mexicana (Virginische Zeder oder Texas-Zeder)
- Cedrus Atlantica (Atlas-Zeder)
- Cryptomeria (Japanische Zeder)
Die Virginische Zeder, die Rote Zeder oder die Texas-Zeder sind die zwei Hauptarten, die in der Parfümerie verwendet werden. Sie sind sich übrigens olfaktorisch recht ähnlich. Die Atlas-Zeder ist wirklich anders und schwieriger zu verarbeiten.
Ursprünge und Geschichte
Die Atlas-Zeder stammt aus dem Nahen Osten, Nordafrika und dem Himalaya; sie wurde 1839 in Europa eingeführt. Es ist ein schöner Baum mit majestätischem, sehr duftendem Holz. Seine Äste sind horizontal und in übereinanderliegenden Ebenen ausgebreitet. Zeder kommt vom lateinischen cedrus, abgeleitet vom griechischen Kedros.
Die erste Verwendung der Zeder geht auf das alte Ägypten zurück; man extrahierte sie für kosmetische Zwecke sowie für Begräbniszeremonien und Einbalsamierungen. Dieser Baum nimmt in vielen Kulturen einen privilegierten Platz ein, von Japan bis Ägypten, über China und Griechenland. Das Zedernholz berührt das Heilige. Im Libanon ist es das Wahrzeichen des Landes und weht auf seiner Flagge.
Die Zeder in Japan
In Japan trägt sie den Namen Hinoki-Holz, eine japanische Zypressenart, die den Koniferen ähnelt und deren Geruch dem der Zeder sehr nahekommt. Man findet auch die Sugi-Cryptomeria oder japanische Zeder, was Feuerbaum bedeutet, da er leicht entflammbar ist.
Diese beiden Holzarten werden in Japan sehr häufig für den Bau von Tempeln, traditionellen Badewannen (Ofuro) und auch für die Rezeptur ihres Weihrauchs verwendet.
Im Laufe der Geschichte haben die meisten Zivilisationen diesen großen Baum dank seiner unverrottbaren Qualitäten und seiner außergewöhnlichen Langlebigkeit für ihre Bauwerke genutzt; er kann bis zu dreitausend Jahre alt werden. Es ist ein Holz, das auch wegen seiner mottenabweisenden Eigenschaften verwendet wird.
Kleine Anekdote: Wenn Ihre Ehe an Höhe gewinnt, genau im 49. Jahr, feiern Sie die Zedernhochzeit, jene, die der Goldenen Hochzeit vorausgeht.
Extraktion und Moleküle
Die Zedernessenz wird durch Wasserdampfdestillation (vgl. Destillation) aus den Holzspänen gewonnen. Das Holz wird in einem zweiten Schritt zu Pulver gemahlen.
Die Chemie hat es auch ermöglicht, zahlreiche Moleküle aus der Zeder zu isolieren. Diese Moleküle (vgl. Synthetische Noten), wie Cedrylacetat, Cedrol, Vertofix oder Cedramber, können andere Noten sublimieren und in einer Komposition interessant sein. Chemische Hauptbestandteile: Alpha-Cedren, Cedrol, Beta-Caryophyllen.
Olfaktorische Beschreibung und Verwendung
Die Zeder ist eine trockene, vibrierende, strahlende, rassige Holznote, die dem Parfum Struktur und Eleganz verleiht. Sie kann den gesamten Duft von der Kopfnote bis zu den Basisnoten durchziehen. Sie kann als Stütze in einer Komposition betrachtet werden.
Oder die Zedernessenz kann überdosiert gespielt werden. Sie kann mit anderen Holznoten (vgl. Holzige Facette) wie Patschuli, Vetiver oder Sandelholz orchestriert werden, um ein Parfum nach Maß zu kreieren, mit einer direkten, klar holzigen Botschaft. Die Zeder harmoniert wunderbar mit Vetiver und Zitrusfrüchten, insbesondere Grapefruit.
Verwendung in der Parfümerie
Die Zeder wird oft mit Herrenparfums oder holzigen Familien assoziiert (vgl. Maskuline holzige Familie). Sie ist immer präsenter in Damenparfums; eines der ersten war Féminité du Bois von Serge Lutens im Jahr 1992.
Sie kann in allen olfaktorischen Familien assoziiert werden: Hesperiden, floral, orientalisch, Chypre (vgl. Chypre-Familie). Sie kann sogar in einem Eau de Cologne als Basisnote interessant sein. Ohne die Zeder könnte man die Hälfte der Parfums auf dem Markt nicht kreieren.
Therapeutische Eigenschaften
Sie wirkt lymph- und venenentstauend und wirkt auf Cellulite. Sie ist auch antiseptisch und fungizid. Es gibt auch eine natürliche Note, die Zedernblätter, die aromatischere Noten aufweisen (vgl. Aromatische Facette).
Diese Note wird übrigens in der Naturheilkunde wegen ihrer heilenden Kräfte verwendet. Sie war die Rettung für die Mannschaft von Kapitän Jacques Cartier, die an Skorbut erkrankt war und im unbarmherzigen Winter von Quebec zu Beginn des 16. Jahrhunderts festsaß.
Parfums, die Zeder enthalten
Hier ist die Liste der wichtigsten Parfums, die Zeder enthalten:
- Féminité du Bois von Lutens
- Bois de Violette von Lutens
- Dolce Vita von Dior
- Tonka Impériale von Guerlain
- Bois Marocain von Guerlain
- Santal Blush von Tom Ford
- Bois Farine von L’Artisan Parfumeur
- Rush for Men von Gucci
- Déclaration von Cartier
- Light Blue von Dolce & Gabbana
- Eau des Merveilles von Hermès
- Cèdre Sambac von Hermès
- Poivre Samarcande von Hermès
- Terre von Hermès
- Sycomore von Chanel
- Audace von Profumum Roma
- Palissandre d’Or von Aedes de Venustas