Mein Parfum riecht anders: Ist das normal? (Alterung und Reformulierung)

Photographie d'un atelier de parfumeur montrant un orgue à parfum, des flacons et diverses matières premières (agrumes, fleurs, bois, épices) illustrant l'architecture et la création d'une fragrance.

Es ist eine verwirrende Erfahrung, die viele schon gemacht haben. Sie kaufen Ihren Lieblingsflakon nach, den Sie seit Jahren tragen. Sie sprühen ihn voller Vertrauen auf und dann… Überraschung. Irgendetwas stimmt nicht. Der Duft scheint anders zu sein, „grüner“, weniger rund oder schlichtweg unkenntlich.
Spielt Ihnen Ihre Nase einen Streich? Ist das Parfum gekippt? Oder hat die Marke heimlich das Rezept geändert?
Als Kreateurin werde ich Ihnen einen Blick hinter die Kulissen eines Parfums gewähren, denn ja, ein Parfum ist lebendig.

1. Parfum altert (und manchmal wird es besser!)

Entgegen der landläufigen Meinung ist Parfum keine inerte Substanz. Es entwickelt sich.
In der Regel hält sich ein Parfum etwa 3 Jahre, wenn es gut gelagert wird (siehe unsere Tipps zur Aufbewahrung von Parfum). Aber es gibt faszinierende Ausnahmen. Parfums, die reich an natürlichen Rohstoffen sind, können sich wie Spitzenweine (Grands Crus) verhalten.

Die Anekdote der Expertin:
Ich habe eine bewegende Erinnerung an einen 30 Jahre alten Flakon von L’Heure Bleue von Guerlain. Als ich daran roch, war es ein reines Wunder, noch besser, tiefer und samtiger als die neue Version, die ich damals trug. Die Basisnoten (Vanille, Leder, Amber) hatten im Laufe der Zeit eine Patina angesetzt.

Hüten Sie sich jedoch vor dem „Schock des Neuen“. Wenn Sie einen Flakon aufbrauchen, der seit einem Jahr geöffnet ist (also leicht oxidiert und „gereift“), und am nächsten Tag einen neuen öffnen, wird Ihnen der neue oft „frischer“ oder „säuerlicher“ erscheinen. Das ist normal: Er hat seine letzte Mazeration bei Ihnen noch nicht durchlebt. Manche Liebhaber kaufen ihre Parfums sogar 1 oder 2 Jahre im Voraus, um sie im Keller reifen zu lassen, bevor sie sie öffnen!

2. Die Feinde Ihres Flakons: Die Aufbewahrung

Wenn Ihr Parfum nach Essig, Plastik oder einer metallischen Note riecht, ist es nicht gealtert, es ist gekippt. Im Gegensatz zu Wein fürchtet Parfum keine Bakterien (Alkohol ist ein starkes Antiseptikum, Sie riskieren nichts für Ihre Gesundheit), aber es fürchtet Oxidation.

Hier sind die 3 Todfeinde Ihrer Düfte:

  1. Licht (UV): Dies ist der Angreifer Nr. 1, der die Moleküle aufbricht.
  2. Hitze: Sie beschleunigt chemische Reaktionen.
  3. Feuchtigkeit: Sie beschädigt die Dichtung.

Der klassische Fehler? Das Badezimmer. Es ist der schlechteste Raum im Haus für ein Parfum (heiß, feucht, hell).
Der ideale Ort? Das Gemüsefach Ihres Kühlschranks oder ein Weinkeller. Andernfalls bewahren Sie es einfach in seiner Kartonverpackung in einem temperierten Schrank auf.

Mein technischer Rat: Wenn Sie einen Flakon mehrere Monate lang nicht benutzt haben, ist das Parfum, das im kleinen Röhrchen (dem Steigrohr) steht, vielleicht durch den Kontakt mit der Luft oxidiert. Sprühen Sie 2 oder 3 Mal ins Leere, um die Pumpe zu „spülen“, bevor Sie sich parfümieren.

3. Die Farbe ändert sich: Sollte man sich Sorgen machen?

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass manche Flüssigkeiten mit der Zeit nachdunkeln. Ist das ein schlechtes Zeichen? Nicht unbedingt.
Bestimmte natürliche Rohstoffe, wie Orangenblüte oder Jasmin, neigen dazu, natürlich rot oder braun zu werden. Dies ist eine den Parfümeuren bekannte chemische Reaktion (aufgrund von Methylanthranilat, das bei Kontakt mit Aldehyden „Schiff’sche Basen“ bildet).
Wenn Ihr Vanille-Parfum dunkelbraun wird, aber immer noch göttlich riecht, ist alles in Ordnung. Wenn hingegen ein frisches Zitrusparfum braun wird… Vorsicht. Vertrauen Sie Ihrer Nase: Wenn der Geruch treu bleibt, spielt die Farbe kaum eine Rolle.

4. Die Wahrheit über Reformulierungen

Wenn Ihr Flakon neu und gut erhalten ist, der Geruch aber anders ist als in Ihrer Erinnerung von vor 10 Jahren, liegt die Ursache wahrscheinlich woanders: die Reformulierung.
Dies ist der Albtraum für Parfümeure dieser Generation. Jedes Jahr ändern sich die Vorschriften (insbesondere IFRA) aus Sicherheits- oder Umweltgründen.

  • Verschwinden von Stoffen: Bestimmte Inhaltsstoffe werden verboten (Allergene) oder sind unauffindbar (Ernteprobleme, Trockenheit, Geopolitik).
  • Erzwungene Anpassung: Der Parfümeur muss dann ein Molekül durch ein anderes ersetzen, um den ursprünglichen Geruch zu „imitieren“. Aber manchmal ist die Nuance wahrnehmbar.

Deshalb haben sich Monumente wie Shalimar oder N°5 im Laufe der Jahrzehnte subtil entwickelt. Es ist nicht der Wille der Marke, die Qualität zu „verwässern“, sondern oft eine gesetzliche Verpflichtung für das Überleben des Parfums.

Fazit

Ein Parfum ist eine eingefangene Emotion, aber es ist auch fragile Chemie. Um Ihre Signatur intakt zu halten, bevorzugen Sie kleine Größen (30 ml oder 50 ml), die Sie schneller aufbrauchen, wodurch Oxidation vermieden wird. Und vor allem: Gönnen Sie ihnen den Luxus von Schatten und Kühle.


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