Sandelholz: Geschichte, Knappheit und das Geheimnis seiner heiligen, cremigen Note

Sandelholz ist heute eines der seltensten und teuersten Hölzer der Welt. Seit Urzeiten in religiösen Riten präsent, hat es eine wahre Leidenschaft ausgelöst. Diese Leidenschaft hat zu seiner Verknappung und in einigen Regionen zu einer Bedrohung der Ausrottung geführt.

Geschnittener Sandelholzstamm, der sein duftendes Kernholz zeigt, mit Holzspänen im Vordergrund

Botanischer Name: Santalum Album, Austrocaledonicum, Spicatum
Botanische Familie: Santalaceae

Herkunft, Spiritualität und traditionelle Verwendung

Ursprünglich aus Asien (Indien, Indonesien) stammend, wird Sandelholz seit dem 15. Jahrhundert verwendet, mit Spuren, die bis ins alte Ägypten zur Einbalsamierung zurückreichen.

Ein heiliges und medizinisches Holz

Für den Buddhismus und Hinduismus ist Sandelholz heilig: Sein Rauch soll die Seele erhöhen und die Meditation fördern. Es wurde traditionell bei religiösen Zeremonien (Einäscherungen) verbrannt.

In der ayurvedischen und chinesischen Medizin wird es zur Behandlung von Verdauungs- oder Hautproblemen eingesetzt. Es ist auch ein ätherisches Öl mit aphrodisischen Eigenschaften. In Indien wird es zur Anfertigung des Tilaka (auf die Stirn aufgetragenes Zeichen) verwendet.

Dank seines Duftes wurde es auch zur Herstellung von Truhen und Schachteln verwendet, da sein Geruch Insekten abwehrt.

Die Knappheit: Vom Monopol in Mysore zu den Anbaualternativen

Sandelholz ist tief mit Indien verbunden. Die Qualität des Sandelholzes von Mysore war weltweit ein Maßstab. Angesichts der Armut entwickelte sich jedoch ein großer Schwarzmarkt und Wilderei, was zur Erschöpfung der Ressourcen führte. Im Jahr 2010 wurde die Sandelholzernte in Indien verboten.

Angesichts dieser Ausrottungsgefahr ist die Produktion heute stark reglementiert und der Export begrenzt.

Nachhaltiger Anbau und Alternativen

Sandelholz wird heute in stabileren Gebieten angebaut:

  • Australien (Santal Spicatum, weniger qualitativ).
  • Neukaledonien (Santalum Austrocaledonicum, nahe der Alba-Qualität): bietet sehr hohe Qualitäten dank nachhaltiger Bewirtschaftung (Kernbohrungen zur Überprüfung der olfaktorischen Qualität vor der Fällung).

Das Sandelholz wird erst nach 30 bis 50 Jahren gefällt, wenn sein Duft seine volle Reife erreicht hat. Es ist ein Halbschmarotzer und ernährt sich während seiner ersten zehn Jahre über die Wurzeln benachbarter Bäume, was den Anbau erschwert.

Olfaktorische Beschreibung: Cremig, Laktisch und Zähigkeit

Sandelholz verströmt einen weichen, holzigen, femininen und einzigartig cremigen Duft. Er ist samtig, pudrig, balsamisch, laktisch, warm, raffiniert, sinnlich, leicht ledrig und animalisch.

Er wird als „dumpf“ bezeichnet, weil er wenig diffundiert, aber lange auf der Haut bleibt, wie eine Moschus-Note. Nichts ersetzt natürliches Sandelholz (vgl. Natürlich / Synthese), auch wenn die Synthese es unterstützen kann.

Behandlung und Extraktion

Der Duft konzentriert sich im Kernholz (duramen). Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation (ein Prozess, der 2 bis 5 Tage dauern kann) oder durch eine modernere Kaltextraktion gewonnen.

Die Solardestillerie auf der Insel Maré ermöglicht eine schnellere und ökologischere Produktion (8 Stunden statt 3 Tage). Die Qualität hängt vom Santalol -Gehalt ab (über 90 % für gute Qualität).

Sandelholz-Moleküle (Synthese)

Angesichts der Verknappung gibt es zahlreiche synthetische Sandelholz-Moleküle, die dazu dienen, die Diffusion des natürlichen Sandelholzes zu verstärken. Dazu gehören: Polysantol, Sandalore, Sandella, Ébanol.

Sandelholz in der Parfümerie: Von maskulinen Hölzern zu femininen Floralien

Sandelholz, das früher häufiger in Herrendüften verwendet wurde, ist heute eine Säule der Damendüfte.

Es verstärkt holzige und pudrige Noten und passt zu den Familien orientalisch, Fougère und floral, wie der Iris. Es findet sich sogar in Hesperiden-Parfüms, wo es eine unerwartete Rundheit verleiht.

Ikonische Parfüms mit Sandelholz

  • Klassiker: Samsara, Mouchoir de Monsieur, Jicky – Guerlain ; N°5, N°22, Allure – Chanel.
  • Modern / Nische: Santal 33 – Le Labo ; Tam Dao – Diptyque ; Santal Blush – Tom Ford ; Mojave Ghost – Byredo.
  • Delacourte Paris: Valkyrie (enthält ein frisches und kraftvolles Sandelholz).

Viele Marken werben mit Sandelholz, aber nur wenige schaffen es, seine wahre cremige Natur auszudrücken.


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